Einträge tagged ‘Drehbuch

17
Feb
10

Zum Drehbuch

Die Geschichte ist fertig, die Charaktere entwickelt. Jetzt stehen die wichtigsten Fragen an:

01. Ist meine Geschichte fesselnd genug, um mein Publikum zwei Stunden auf den Kinosesseln festzuhalten?
02. Sind die Figuren faszinierend genug, dass man zwei Stunden mit ihnen verbringen will?
03. Kann die Geschichte visuell dargestellt werden?
04. An welchem Punkt soll die Story beginnen?
05. Ist meine Geschichte Schnee von gestern?
06. Wird das Publikum die Partei meiner Hauptfiguren ergreifen?
07. Ist meine Story für die Kinoleinwand geeignet?
08. Kann sich das Publikum mit dem Setting der Story identifizieren?
09. Stehe ich leidenschaftlich hinter meiner Story? Oder bin ich nur interessiert, weil das Thema augenblicklich in ist?
10. Wie viel wird es kosten, Ihren Film zu machen?
11. Wie werden sich meine Hauptfiguren verändern?
12. Warum soll sich Ihre Hauptfigur überhaupt mit all den Schwierigkeiten herumschlagen?
13. Ist meine Story plausibel?
14. Wie lautet Ihre Logline?

[Christopher Keane - Schritt für Schritt zum erfolgreichen Drehbuch]

17
Feb
10

Drehbuch erstellen

- Zunächst die persönliche Motivation oder das Ziel des Protagonisten ausarbeiten.

- Konflikte und Auseinandersetzungen auftauchen lassen, wobei Hindernisse entstehen.

- Beenden des Films durch Lösen des Hauptkonflikts.

- Unbedingt die Regel beachten, dass eine Seite Drehbuch immer eine Minute Szenenfolge entspricht.

- Dialoge eingerückt schreiben mit dem Namen des Darstellers in Versalien dadrüber.

- Kamerabewegungen so kurz wie möglich und ebenso in Versalien angeben.

- Zu Anfang kurz die Einrichtung oder Ausstattung beschreiben.

- Jede Szenennummer neu aufführen; mit der Nummer am Anfang und der Bezeichnung, ob es sich um Außen- (A) oder Innenaufnahmen (I) handelt.

- Die Richtung von Bewegungen in Klammern angeben.

- Tonereignisse durch Versalien hervor heben.

+ Die ersten Szenen eines Films sind von besonderer Bedeutung. Sie müssen den Zuschauer Geschmack auf mehr machen.

+ Im ersten Sechstel eines Films muss der Hauptcharakter klar ausgearbeitet sein.

+ Niemals auf Dialoge allein verlassen. Sie sind nur zusätzliches Hilfsmittel.


–> Zur Übung einfach mal versuchen, einen Kurzfilm zu verfassen, in dem kein einziges Wort gesprochen wird, der nur von den Bildern lebt.

.

Beispiel
2) WOHNTRAKT (I)

Ein einfach eingerichteter Raum. In der Mitte des Raumes steht ein Tisch mit vier Stühlen. Eine Kaffeetasse steht auf dem Tisch. Auf der rechten Seite ein Regal. Links eine Kaffeemaschine. Eine Tür führt in den Schlafraum. Ein Mann steht am Regal, zwei weitere Männer, Geologen Mitte 30, sitzen am Tisch.

FRED (nimmt die Tasse in die Hand)

Hoffentlich bekommen wir Ergebnisse.

JOHN (steht auf)

Morgen fahren wir los. Dann werden wir es bald wissen.

John geht zur Kaffeemaschine. Fred schaut ihm hinterher.

FRED

Ist die Nordhälfte auch ohne Zivilisation? Was glaubst Du, John?

JOHN

Ich glaube schon. Wer oder was will schon in dieser Kälte da oben leben?

FRED (nimmt einen Schluck aus der Tasse)

Wer weiß. Ich jedenfalls würde es nicht.

Auszug aus dem Drehbuch “Mutron III” von T.R. aka Wortman

07
Aug
09

Der Abspann

Im Abspann tummeln sich all diejenigen, die u.a. nicht direkt mitgespielt haben.
Hier eine Liste:

Directed by/Director – Regie
Producer – Produzent
Screenplay by/Screenwriter – Drehbuchautor
Director of Photography – Chefkameramann
Editor – Chefcutter
Production Designer – Produktionsdesigner / Ausstatter
Executive Producer – Ausführender Produzent
Associate Producer – Co.Produzent
Production Manager – Produktionsleiter
Line Producer – Produktionsassistent
Unit Manager – Aufnahmeleiter
Art Director – Chef der Bühnenbilder
First Assistant Director – 1. Regieassistent
Costume Designer – Kostümbildner
Casting – Besetzung
Camera Operator – Kameraassistent
Zoom Operator – Tonassistent / Galgenhalter
Gaffer – Oberbeleuchter
Best Boy – Elektriker
Key Grip – Chef der Helfercrew
Dolly Grip – Kabelhelfer
Crane Grip – Kamerakranführer
Scrip Supervisor – Scriptgirl
Set Decorator – Set.Dekorateur
Property Master – Requisiteur
Wardrobe Supervisor – Gardrobier
Make Up – Maskenbildner
Hair Stylist – Friseur
Location Manager – 2. Aufnahmeleiter
Location Scout – Drehortsucher
Construction Coordinator – Kulissenbauer
Construction Foreman – Kulissen.Vorarbeiter
Lead Carpenter – Haupt.Zimmermann
Special Effects – Spezialeffekte
Stunts – Stuntman
Production Accoundant – Buchhalter
Extras Casting – Statistenbesetzung
Still Photographer – Standfotograf
Focus Puller – Schärfezieher / Kameraassistent
Caterer – Verpflegung / Kantine
Unit Publicist – Pressebetreuer
Supervising Sound Editor – Tonmeister
Foley Artist – Geräuschtechniker
Re-recording Mixer – Tonmischer
Scenic Artist – Kulissenmaler
Color Timer – Farbtechniker
D.G.A. Trainee – Regiepraktikant

Natürlich ist das eine Komplettliste. Wer nicht grade einen Kinofilm dreht, kann/wird auf viele der Positionen verzichten.
Für den normalen Zweck reicht die Kurzform:
Regie
Kamera
Drehbuch
Ton
Besetzung

Was auch jeden privaten Film sehr gut steht: Ein Herstellersignet. Einmal hergestellt, kann es immer wieder verwendet werden.
Mein Grundsignet sieht so aus:

06
Aug
09

Filmemacher werden in 10 Minuten

von Robert Rodriguez
deutsche Übersetzung von T.R. aka Wortman

Du möchtest ein Filmemacher sein? „Ja“

Du bist ein Filmemacher! In dem Moment, wo du darüber nachdenkst, ein Filmemacher zu werden, bist du einer. Mach´ Dir eine Geschäftskarte, die aussagt, du bist einer. Verteile sie an deine Freunde. Wenn du das getan hast und du es in deinem Gedächtnis hast, dass du einer bist, dann bist du einer und beginnst zu denken wie einer. Träum´ nicht davon, ein Filmemacher zu werden, du bist einer.

Lass spielen

Was du lernen musst: Kreativ zu sein, ist nicht genug in diesem Geschäft. Du musst ein Techniker werden. Kreative Menschen sind geborene Kreative. Technische Menschen können nicht kreativ sein. Es ist etwas, was sie niemals bekommen werden. Du kannst es nicht kaufen, finden oder studieren. Du bis damit geboren. Zu viele kreative Menschen wollen nicht lernen, wie man ein Techniker wird. Was ist los? Sie verlassen sich nur auf die Techniker. Ein Techniker werden, kann man lernen. Bist du kreativ und ein Techniker, bist du nicht mehr zu stoppen!

Erfahrung

Hast du Erfahrung mit Filmen? Du hast , – richtig- du schaust Filme an. Jetzt brauchst du Filmerfahrung. Du wirst es nicht alleine vom Filmegucken lernen, nur ein paar Dinge. Du lernst mehr eine Kamera zu benutzen, wenn du deine eigenen Filme machst und deine eigenen Fehler. Fehler müssen nicht Fehler werden, alles ist subjektiv. Was für eine Person ein Fehler ist, kann für jemand anderen schon wieder ein Stück Kunst sein. Versteck dich dahinter. Sag´ jedem, es ist Kunst. Dadurch kannst du schon einiges verbergen.

Beginne mit einem Drehbuch

Weiß jemand, wie man das schreibt? Nein? Ok!
Alle anderen schreiben den gleichen Stil. Beginne deinen eigenen Stil zu schreiben. Das macht dich einmalig! Du kannst Schreibkurse besuchen. Das ist gut, aber lass Filmschulen in Ruhe. Oder du drehst Filme wie jeder andere. Wir wollen deinen Film sehen!

Wie schreibst du ein Drehbuch?

Du hast offensichtlich nicht genug Geld, oder bist nicht in einer Schreibklasse. Du möchtest einen Film drehen, aber nicht zuviel ausgeben.
Dur wirst jeden Tag mit Problemen am Set erscheinen. Du kannst die Probleme auf zwei Arten loswerden: Du kannst es kreativ tun oder sie mit einer Hose voll Geld wegwischen. Hast du kein Geld, hast du keine Hose, so erstelle ein Drehbuch für einen Film, den du jetzt verwirklichen kannst, ohne Deine Eltern traurig zu machen. Mache einen billigen Film.

Wie macht man einen billigen Film?

Schau dich um. Was hast du um dich herum? Mache Aufzeichnungen, von dem was du hast. Dein Vater hat einen Laden? Dreh einen Film über solch einen Laden. Deine Mutter arbeitet als Krankenschwester? Dreh einen Film über Krankenschwestern. Du hast einen Hund, eine Katze? Dreh einen Film über dein Haustier.

Wie stellst du dir einen Film vor?

Mit Storyboards… das kannst du tun. Du kannst deinen Film voraussehen und es zeichnen. Aber was du wirklich tun musst, ist, einen leeren Bildschirm für dich selbst zu schaffen und deinen Film sehen. Schließe deine Augen und starre darauf.
Stell dir einen Bildschirm vor, stell dir einen Film vor.
Szene für Szene, Schritt für Schritt. Setz dich hin, schließe deine Augen, lasse dich von niemanden stören und entferne alle Gedanken aus deinem Kopf, außer deinen Film und schaue ihn dir an. Ist er zu langsam, ist er zu schnell? Ist es lustig? Erzeugt er Spannung? Schau ihn dir an und dann schreib auf, was du gesehen hast. Schreibe alle Szenen auf , die du gesehen hast.
Dann geh los und erstelle diese Szenen!

Ausrüstung

Du solltest nicht etwas zu Phantasievolles drehen. Bedenke, es ist dein erster Film und du bist noch kein Spielberg.
16mm-Kameras bekommt man schon günstig. Vielleicht gibt es jemanden im Bekanntenkreis, der einem solch eine Ausrüstung leiht.
„Schau dir das an. Ein heller Platz. Was kann da schon passieren? Die Kamera bleibt hier stehen“. Du stellst sie dort hin , weil es so hell dort ist. Dein Film dürfte langweilig und steif werden.
Nimm die Kamera da weg, sieh dich um und suche nach Energie für deinen Film. Das Ding ist, der erste Film hat genug Leben und viel Energie.
Bring dadurch Leben in einen Film, in dem du die ganze phantastische Ausrüstung weglässt. Sie ist zu gut, zu schwer. Bemühe deine Hände.
Ein Lichtmesser ist das wichtigste. Du brauchst unbedingt einen. Visiere dein Objekt an. Lese die Werte ab und beginne mit dem Dreh.
Aber nicht überbelichten! Für Innenaufnahmen benutze zwei normale Glühbirnen. Viele sagen, das Licht wäre schlecht, weil es zwei kleine Birnen sind, aber deine Fehler werden expressionistisch.
Wenn du fertig bist mit dem Drehen, was musst du tun? Video-Schnitt-Systeme und Computer-Schnitt-Systeme sind deine Freunde. Sie sind schnell, leicht zu bedienen und billig.
Schneide deinen Film nicht! Nicht direkt den Film. Benutze deine Video-/Computer-Software und schneide dort auf Kassette.
Benutze diese Kassetten, um sie anzubieten. Es sind Kopien. Gib niemals dein Original aus der Hand. Es konnte dupliziert werden und du bekommst nichts dafür.
Du hast deinen Film gemacht, geschnitten , verteilt. Die Menschen wollen dich. Was jetzt? Nun brauchst du einen Agenten. Sie können die besten Geschäfte zu guten Preisen und die besten Filme für dich abschließen.
Niemand von den Filmstudios weiß, wie man Filme billig macht. Du weißt, wie man es billiger besser macht. Reihe dich nicht ein in das System. Bestehe auf deiner Position.
Mache Filme, die billig sind, aber nach teueren Produktionen aussehen. Nur so lernt man Technik.
Nehmt eine Kamera in die Hand, schreibt eure Ideen und Träume auf. Und eines Tages kommt jemand und sagt: „See you in Hollywood“.




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