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Die geheimnisvolle Insel Teil 4

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Hafen, Porto Verde zwei Tage zuvor

Die Schaluppe wurde am Kai festgemacht und der Steg ausgelegt.
„Leftenant Morris, glauben sie wirklich, das wir hier richtig sind?“
Der Angesprochene wandte sich um. Sein Gegenüber war ein dicker Kaufmann namens Weston.
„Mister Weston, der Informant sagte, er hätte die gesuchte Person hier im Hafen gesehen. Sie scheint Interesse an einem Schiff gehabt zu haben. Bei dem Geld was sie als Belohnung ausgesetzt haben, sind Zungen schnell beim reden.“
Morris war es zuwider, diesem Mistkerl von Weston zu helfen. Er hatte ein Kopfgeld auf seine Braut ausgesetzt, weil sie geflüchtet war. Morris hatte durchaus Verständnis für das Mädchen. Der alte Weston war ein mehr als unangenehmer Zeitgenosse. Sein Reichtum machte ihn zu einem Snob, der über Leichen ging, wenn es sein musste. Die Beziehungen des Kaufmanns und das viele Geld hatten die ein oder andere Hand freundlich gestimmt und so kam es, dass Morris von seinem Vorgesetzten verpflichtet wurde, ihm zu helfen.
„Wie wollen sie vorgehen, Mister Morris“, fragte Weston ungeduldig.
„Zuerst suchen wir uns eine Unterkunft und danach werde ich mich erst einmal im Hafen umsehen“, antwortete der Leftenant.
„Wo sie absteigen interessiert mich herzlich wenig“, knurrte der fette Weston und warf sich in die Brust, „ich nehme Quartier bei Gouverneur Stapelton. Einer meiner engen Freunde. Er erwartet mich schon.“
Und den du genauso gekauft hast, wie die anderen Dummköpfe, lag es Henry Morris auf der Zunge, aber er verkniff sich den sarkastischen Ausbruch. Im Grunde war er froh, den dicken Nabob los zu sein. Er arbeitete lieber allein und unauffällig.
Ungeduldig sah sich der Kaufmann um und schrie:
„Kutscher“, er winkte eine Droschke mit wilden Handbewegungen heran. „Zur Garnison“, keifte er.
Der Kutscher nickte beiläufig. Als sich der alte Weston endlich in den Wagen gehievt hatte und in die Kissen sank, schnalzte der Mann mit der Zunge und ließ die beiden Pferde in einen leichten Trab fallen.
Henry atmete erleichtert auf. Er beneidete Andrew Stapelton nicht, andererseits empfand er auch kein Mitleid. Wenn sich sein Schwager von dem Gauner schmieren ließ, musste er sehen, wie er zurecht kam.

© Caroline Susemihl / T.R. aka Wortman

Die geheimnisvolle Insel Teil 3

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Johns Gedanken wirbelten durcheinander. Er hatte schon viel gesehen aber so etwas noch nicht.
„Sag mir, was ist das oder was macht es?“
„Das ist der Tod!“, antworte der alte Mann. „Es krabbelt in dich hinein und dann verwandelt es dich in eine seelenlose Kreatur ohne Gehirn.“
Seelenlose Kreatur. Der Gedanke gefiel John. Der Schwarze Herzog als Opfer seiner selbst. Das dürfte dem Captain sicherlich auch gefallen.
„Erzähl weiter Alter. Ich höre dir zu.“
Kat war etwas vom Tisch abgerückt. Sie fürchtete, da könnte noch etwas auf dem Tisch sein.
Während der Seemann John seine Geschichte erzählte, wurde Kat von lauten Stimmen abgelenkt, die durch die Tür ins Innere der Spelunke drangen.
„Ausschwärmen!“, hörte sie den Befehl, „und schaut euch die Leute genau an!“
Eine Sekunde später wurde die Kneipentür aufgestoßen und drei Marinesoldaten betraten den Schankraum. Zwei Männer niederen Rangs und ein Offizier. Kat glitt geschmeidig von ihrem Stuhl und krabbelte unter den Tisch. Unheilvolle Stille trat ein.
„Wir suchen einen Deserteur, John DeMoor, kennt ihn jemand oder weiß wo er sich aufhält?“
Kat war einerseits erleichtert, weil sie befürchtete, die gesuchte Person zu sein, andererseits schlug ihr Herz bis zum Hals. Normalerweise verriet kein Pirat einen anderen, doch man konnte nie wissen, wenn das Kopfgeld hoch genug war, wurde so manche arme Schlucker schwach.
„Wer uns einen Hinweis zur Ergreifung des Fahnenflüchtigen gibt, kann mit einer Belohnung von 20 Golddublonen rechnen!“, verkündete der Offizier.
Ein Raunen ging durch die Kneipe.
Einige Männer riefen den Soldaten Beleidigungen zu. John schaute sich vorsichtig um. Ein paar der Männer kannten ihn. Zu ihnen hielt er Blickkontakt.
Der Offizier schaute sich die Männer an und hielt in einer Hand einen Steckbrief. Plötzlich zog er seine Pistole und zielte genau auf Johns Tisch. Einige Männer sprangen von den Tischen auf.
„Hey, komm unter dem Tisch hervor. Ich will dein Gesicht sehen!“
Kat blickte verstört zu John.
„Wird`s bald? Oder muss ich dich wie einen Köter einfach erschießen?“
Kat krabbelte unter dem Tisch hervor. Der Offizier und einer der Soldaten kamen auf sie zu. Der Offizier griff ihren Arm und musterte sie genau. Ihr Herz schlug wild.
„Milchbubis, die sich unter Tischen verstecken gehören nicht in solche Spelunken! Kennst du den Mann?“. Mit den Worten hielt er Kat den Steckbrief entgegen. Auf dem Blatt war ein Mann ohne Bart abgebildet.
„Nein!“, sagte sie.
Der Soldat taxierte John mit seinem Blick.
Kat zuckte mit den Schultern und schüttelte den Kopf.
„Nee, so feine Pinkel treiben sich nicht an Orten wie diesen herum.“
Der Offizier beugte sich zu ihr herunter und blickte ihr direkt ins Gesicht.
„Wie alt bist du, Bengel? Du hast ja nicht mal einen Bart.“
„Sechzehn“, erwiderte Kat trotzig, „besser auf einem Schiff arbeiten, als im Waisenhaus verhungern.“
„Du bist ziemlich frech“, der Offizier zerrte Kat hinter sich her, „wir nehmen den Bengel mit.“
John, der bis dahin abgewartet hatte, bewegte sich. Kat sah, dass seine Hand an den Knauf seines Degens griff. Sie warf ihm einen warnenden Blick zu.
„Halt“, ertönte eine krächzende Stimme, „der Junge gehört zu mir.“
Der alte Seemann sah den Offizier herausfordernd an.
„Zu dir, Halpin?! Dass ich nicht lache!“ Der Soldat ließ ein unangenehmes Gelächter hören. „Wann willst du den gezeugt haben?“
Der Alte ließ sich nicht provozieren.
„Der Sohn meiner Nichte“, log er seelenruhig, „sie hat ihn geschickt, um mich heil nach Hause zu bringen.“
Der Offizier wollte seinem Zweifel Ausdruck geben, aber als er dem Alten in die Augen blickte, vergaß er, was er hatte sagen wollen.
„Dann los Junge, bring den alten Halpin nach Hause.“
Halpin und John erhoben sich und gingen in Richtung Tür. Einer der Soldaten fixierte John immer noch. Er wurde das Gefühl nicht los, die Strecke bis zur Tür könnte sehr lang werden. Als sie die Tür erreichten ging der Soldat zum Offizier und schien ihm etwas mitzuteilen. Halpin öffnete die Tür und alle drei standen auf der dunklen Gasse.
„Hier entlang“, sagte John und deutete nach rechts.
Gerade als sie um die Hausecke bogen, hören sie ein „Halt! Stehen bleiben!“
„Los rennt“, rief John.

© Caroline Susemihl / T.R. aka Wortman

Die geheimnisvolle Insel Teil 2

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Kat war nicht wohl. Wenn John so gelassen war, stand meistens ein Sturm bevor. Sie kannte ihn gut und nahm jede seiner Stimmungen auf. So konnte Kat sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Sie rutschte ein Stück von ihm weg.
„Diese Geschichte habe ich schon zig Mal gehört! Das ist das dumme Geschwätz eines alten Halunken“.
Die Schärfe in Johns Stimme hätte einen Stein in zwei Teile geschnitten.
„Reg dich ab Junge“, antwortete der alte Mann. „Glaubst du etwa, ich erzähle dir eine tolle Geschichte über einen Piratenschatz oder über eine spanische Galeone voller Gold? Wenn ja, steh auf und geh. Dann sind wir fertig miteinander.“
Der Blick des Alten verriet John, dass er es ernst meinte. Er blickte zu seiner Begleitung. „Kannst ruhig wieder näher kommen, Bursche.
Der Greis nahm einen weiteren Schluck Wein.
„Mit dem Blick auf diese Karte fing das Unglück an. Sie zeigte eine Insel, auf der etwas Böses sein musste. Totenköpfe waren um die Insel herum aufgemalt.“
Der Quartiermeister grübelte. Er hatte noch nie davon gehört, dass es solche Verzierungen auf Karten gab. Geschweige denn, jemals solch eine Karte gesehen zu haben.
Andererseits konnte das Ganze auch ein böser Scherz sein. John wusste, dass der Schwarze Herzog seine Leute überall hatte. Er war einer der übelsten Burschen, die auf den sieben Weltmeeren unterwegs waren. Er kannte keine Ehre, noch folgte er dem alten Gesetz der Piraten. Der schwarze Herzog nagelte selbst die eigenen Leute die Masten, wenn es ihm einen Vorteil brachte. Kapitän Bolger hatte John zur Vorsicht gemahnt, sich nicht in die Irre führen zu lassen. Er brauchte Gewissheit. Wenn der Alte recht hatte, gab es ein geheimes Zeichen auf der Karte.
„Nenne mir einen Grund, warum ich dir glauben sollte“, sagte John und beugte sich drohend zu dem Alten hin.
Der alte Mann lehnte sich zurück und griff in die Seitentasche seiner Jacke. Ein kleiner Beutel, vielleicht halb so groß sie seine Hand kam zum Vorschein.
„Was soll das werden?“, fragte John wieder in einem etwas schärferen Ton.
Der Alte öffnete den Beutel und kippte den Inhalt auf den Tisch. Es war ein violett farbenes kleines Gebilde. Es schien aus hunderten winzig kleiner Kügelchen zu bestehen. John stand auf, stützte seine Hände auf die Tischkante.
„Soll ich dich gleich erstechen, dass du mich hier verarscht? Was soll das werden?“
Als John dieses Haufen Kügelchen greifen wollte, fing es an sich zu bewegen.
„Verdammt, was ist das?“
Das Gebilde rollte über den Tisch, in dem sich alle Kügelchen bewegten und sich immer neu anordneten. Kat starrte das „Ding“ fasziniert an, das direkt auf sie zugerollt kam. Sie hielt den Atem an. In dem Moment, als das Gebilde vor ihr zum Stehen kam, machte John eine schnelle Bewegung und zog sie weg.
In der gleichen Sekunde warf der Alte den Beutel über dieses Ding, drückte es hinein und verschloss ihn wieder.
„Brauchst du noch mehr Beweise? Das habe ich von der Insel mitgebracht. Im Dunkeln bewegt es sich nicht.“

© Caroline Susemihl / T.R. aka Wortman

Alien: Evolution – Fragment #12

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Das Transportschiff mit dem ersten Mannschaftscontainer verließ den Kreuzer der Earth – Alliance – Corporation (EAC) in Richtung Mond AE 20-03. Die sechs Männer bildeten die Vorhut für den zweiten Container. Der sollte vier weitere Soldaten sowie zwei Wissenschaftler mitbringen.
Auf dem Mond gab es eine Forschungsstation. Die Wissenschaftler sollten die außerirdischen Proben aus dem Labor holen und zurück zum Kreuzer bringen. Dort wartete ein Spezialteam, um die Proben vor Ort auszuwerten. Die Daten würden helfen, die neuen Aliens besser bekämpfen zu können.

Das Transportschiff setzte in der Nähe der Forschungsstation auf, entkoppelte den Container und hob wieder ab. Die Seitenwände des Containers öffneten sich und die Männer sprangen heraus. Der Sergeant ließ die Männer die Umgebung sichern.
Einige Zeit später setzte das Transportschiff den zweiten Container ab.

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